Leserbriefe

07.12.2011

Sehr geehrter Herr Liebetrau,

sehr geehrte Leser und Leserinnen,

 

mit erschrecken haben wir den Artikel „Betreuer für Jugendclub in Tannroda nicht mehr finanzierbar“ vom 01.12.2011 gelesen. Dieser Artikel wirft viele Fragen auf.

Zu Ihrem ersten Punkt, den so genannten „Rechts- und Linksextremisten“ in Tannroda. Wir wissen nicht wen oder vor allem welche Strukturen sie damit ansprechen wollen. Wir möchten auch gar nicht darüber diskutieren, dass der Begriff „Extremismus“ an und für sich nicht tragbar ist. Denn wer darüber einmal nachdenkt, dem fällt auf, mit dem „Extremismus“ Begriff sollen lediglich menschenverachtenden Einstellungen in der so genannten „Mitte der Gesellschaft“ legitimiert werden. Doch Rassismus, Homophobie, Chauvinismus und weiteres sind nicht zu dulden. Diese Einstellungen gehören zwar klar zum Neonazismus, aber eben auch zu manchen „normalen Bürger_innen“. Uns ist sehr wohl bekannt, dass es Personen im Umfeld von Tannroda gibt, die solche Einstellungen öffentlich vertreten.

Wir wünschen uns eben so auch eine klare Definition was für sie zum „Linksextremismus“ zählt und vor allem, wen sie dazu ordnen. Sollte Sie dabei auf die Anhänger_innen der Linken sowie der Linksjugend anspielen, bitte ich Sie ihre Aussage zu überdenken. Denn soweit wir wissen, setzten sich diese Mitmenschen für die Stärkung der Demokratie ein und einer konstruktiven Kritik am aktuellen Gesellschafssystem.

Eine Gefahr für die Jugendlichen aus dem Ort kann auch nur dann ausgehen, wenn es keine genügende Bildung gibt und keine sensibilisierte Jugendbetreuung. Wir würden uns auch freuen, wenn etwas gegen die Gefahr der grundlosen diffamierenden Einstellungen getan wird. Denn wie wir alle wissen ist jeder Mensch ein Mensch und hat ein Anspruch auf ein Leben in Würde.

 

Zu Ihrer Problematik mit der Selbstverwaltung einer Jugendeinrichtung konnten wir zunächst keine klaren Worte finden, so empört waren wir. Doch wir versuchen Ihnen einmal zu klären, was in unseren Köpfen vorgeht. Sie unterstellen Jugendlichen pauschal, sie seien nicht in der Lage ordentlich ein Jugendzentrum zu verwalten? Sie haben da aus der Erfahrung gelernt, ok. Diese Erfahrung wollen wir Ihnen auch gar nicht absprechen. Jedoch ist es Fakt, dass es viele Jugendzentren gibt, die selbstverwaltet laufen. Wir gehen davon aus, Sie wissen von den Ideen zur Ziegelhütte. In dem gerade eine kleine Selbstverwaltung mit eingeplant wird. Denn nur die Jugendlichen wissen selbst, was sie wollen. Das natürlich Vertrauenspersonen ein Bindeglied zwischen „Stadt und Jugendlichen“ darstellen müssen ist, glauben wir, allen bewusst. Doch machen wir uns nichts vor, die Jugendangebote der Stadt Bad Berka waren in den letzten Jahren nicht überragend und die Ergebnisse sind auch sehr mangelhaft. Jugendliche stehen an Bushaltestellen, sind „zu laut“ auf dem Streetballplatz und politische Jugendliche sind gleich unerwünscht. Wir fragen Sie, haben Sie überhaupt ein Interesse am Wohl von Jugendlichen?

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Pecast Ja Kab

 

Dieser Leserbrief ist eine Reaktion auf den Artikel vom 01.12.2011 der sowohl in der TLZ als auch in der TA zu lesen war.